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Tour de Tirol 2016

Eingetragen am: 13.10.2016 von: Hans-Willi Freiberger

 

Erlebnisbericht vom 3-Tages Event in Söll (07. bis 09. Oktober)

Die Tour de Tirol besteht aus drei individuellen Laufveranstaltungen. Wer an allen drei Läufen teilnimmt, kommt in die Tour-Gesamtwertung. Die Wettbewerbe sind eine Mischung aus Trail- und Berglaufen.
Auf der Hinfahrt am Donnerstag habe ich leichtes Kratzen im Hals und ein ungutes Gefühl.
Sollte sich ausgerechnet zum Saison Highlight eine Erkältung einstellen?
Der Start-/Zielort Söll liegt auf ca. 700 m und hat etwa 3500 Einwohner. Normalerweise um die Jahreszeit ist kaum noch was los, doch an diesem Wochenende tummeln sich hier viele Läufer. Die Wohnungen sind alle ausgebucht.
Meine Ferienwohnung liegt sehr zentral. Unter dem Fenster ist direkt der Zielbogen.
Donnerstagabend wird im Anmeldestadl (alter Kuhstall) ein Film vom Vorjahr gezeigt, der bei mir den Eindruck hinterlässt: Auf was hast du dich da nur eingelassen?
 
Tag 1 (Freitag): Söller Zehner
Um 18:00 geht es endlich los. Kühle 8 Grad und leichter Regen. 3 Runden mit jeweils 100 HM bergauf sind zu absolvieren.
Hört sich erst mal nicht viel an im Vergleich zu dem was noch kommt, aber es war der schwerste 10er, den ich bis jetzt gelaufen bin.
In der ersten Runde lasse ich mich von der Masse mitziehen, aber dann muss ich mein eigenes Tempo laufen.
Endzeit: 41:53
Finisher: 604
Platz: 71
Platz AK (50): 8

Tag 2 (Samstag): Kaisermarathon
Profil: 2300 HM aufwärts ca. 1100 HM abwärts
Wetter: besch… (kühl, nass, ab 1000 m Nebel und ab 1700 m Schnee)
Um 08:30 geht es los. Ich fühle mich nicht so besonders und lasse es ruhig angehen. Von Anfang an geht es rauf und runter.
Bei km 13 laufen wir an einem Wespennest vorbei und ich bekomme 3 Stiche ab.
Dann kommt der erste lange Anstieg auf etwa 1600 m. Es wird immer kälter und nebeliger, man sieht teilweise nur 20 m weit.
Auf dem ersten Gipfel laufen wir durch den Gastraum der Berghütte und werden von den Gästen angefeuert.
Anschließend geht es wieder runter auf etwa 1200 m, was meinem Knie nicht gut bekommt.
Dann der Schlußanstieg zum Ziel auf 1829 m. Teilweise brutal steil auf rutschigem Boden (zeitweise nur 20 er Schnitt laut GPS Uhr).
Nach 04:56 bin ich endlich im Ziel und gehe schnell ins nicht gerade warme Umziehzelt. Nach zwei Erdinger Alkoholfrei dann mit der Seilbahn wieder ins Tal und sofort unter die warme Dusche.
Aber die Erkältung hat mich längst eingeholt. Ob ich den nächsten Tag noch an den Start gehen soll?
Finisher: 592
Platz: 126
Platz  AK (50): 12

Später habe ich erfahren, das aufgrund des Wetters das Rennen kurz vor dem Abbruch stand. Nochmal Glück gehabt.

Tag 3 (Sonntag): Pölven Trail (23,4 km)
Profil: 1250 HM aufwärts und das gleiche bergab
Wetter: kühl aber trocken und nach zwei Stunden sogar Sonne.
Nach dem Aufstehen hätte ich nicht gedacht, das ich überhaupt nur einen Meter laufen kann. Beinmuskulatur schmerzt vor allem beimTreppe runter laufen. Ich ziehe mich trotzdem um und gehe zum Start (09:30).
Es geht erst mal 200 HM bergauf, danach sind die Schmerzen weg. Ein richtig schöner Trail mit ganz schmalen Pfaden (die allerdings ziemlich aufgeweicht sind), ständiges Auf und Ab. Höchster Punkt liegt bei knapp 1200 m. Beim Bergablaufen ist höchste Vorsicht geboten.
Wie schon in den Tagen zuvor werde ich bergab scharenweise überholt, was ich bergauf nur teilweise wieder gutmachen kann.
Die Wespen haben mich diesmal früher erwischt, bei km 8 bekomme ich weitere Stiche in Arme und Beine ab.
Bei den Einheimischen nachgefragt wird mir bestätigt, das die Wespen zu dieser Jahreszeit besonders aggressiv sind. Es hat viele Läufer erwischt.
Auf den letzten Kilometern gebe ich nochmal Gas und bin froh nach 02:31 endlich im Ziel zu sein.
Finisher: 640
Platz: 135
Platz AK (50): 12

Gesamtwertung:
Gesamtzeit: 08:10:08
Platz: 71
Platz AK (50): 6

Fazit:
Wenn man auf die Ergenislisten schaut, stellt man fest das gegen die Läufer aus der Alpenregion kein Kraut gewachsen ist.
Immerhin bin ich noch bester Deutscher in meiner Altersklasse geworden.
Nur beim Berghochlaufen konnte ich ansatzweise mithalten. Mein Bergablaufen muss ich noch verbessern.
Aber es war wieder mal eine Grenzerfahrung mehr und hat vor allem am letzten Tag richtig Spaß gemacht.

Link zur Veranstaltung

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