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Weinsteig Ultra Trail 2015

Eingetragen am: 31.10.2015 von: Roland Stulz

 

Rennbericht vom Weinsteig 100 Meilen Ultratrail, 5600hm von Schweigen-Rechtenbach nach Obersülzen.

Die Nacht war kurz als wir gegen 4.00h wach wurden und alsbald am Frühstückstisch saßen.
Ich habe mich entschieden, die Nacht bei meinen Laufkollegen in der Turnhalle des SV Obersülzen zu verbringen aus dem Grund, morgens noch eine halbe Stunde länger schlafen zu können. Habe mich entschieden die Strecke ohne Stöcke zu laufen, da mich die Dinger mehr behindern als das sie was nützen.
Der Lauf wird liebevoll organisiert von Christine und Günther Bruhn, auch erfahrene Ultraläufer, die den Lauf nun schon das zweite Mal stattfinden ließen.
Als wir dann nach einem kurzen Frühstück um 5.30h vom Bus abgeholt wurden, hatten wir Gelegenheit noch mal schön zu entspannen um dann kurz vor 7.00h in die kühle Freiheit vorm Weintor in Schweigen-Rechtenbach entlassen zu werden.
Ich entschied mich den Lauf langsam angehen zu lassen und lief erst mal schön entspannt in einer Dreiergruppe. Ab km 15 zog ich langsam an und setzte mich an die dritte Position. Vor mir lag zu diesem Zeitpunkt als Zweiter der Paul Moog und ganz vorne, schon in einem gehörigem Abstand, Rene Strosny. Von nun an versuchte ich das Tempo zu halten und erreichte nach der ersten Verpflegungsstation (VP) Burg Landeck bei Km 25 alsbald die zweite am Dernbacher Haus (Km 56).
Dort traf ich den Paul Moog, der drei Wochen vorher noch den Tor des Geants lief und dementsprechend noch müde war. Also zog ich an ihm vorbei und war nun an der zweiten Position.
Bei Km 84 an der Wappenschmiede, die ich ca 18.00h erreichte, hatte ich Gelegenheit mir mittels Dropbag andere Sachen anzuziehen um mich auf die kühle Nacht vorzubereiten.
Überhaupt waren die VP´s super ausgestattet mit einem ganzen Sortiment allerlei Nahrung vom Schmalzbrot, Suppen über Gurken, Energieriegel usw.. Also alles, was das Läuferherz begehrte.
Trotzdem sollte auch das ein- oder andere Gel im Rucksack zu finden sein, da die VP´s 25-30km auseinanderlagen und somit eine Teil-Eigenversorgung notwendig war.
Die nächste VP erreichte ich gegen 20h in Neustadt/W. und alles lief nach Plan.
Mittlerweile war es schon dunkel. Also ging es weiter durch die Nacht an der Wachtenburg vorbei zum nächsten VP Km 128. Dann hinter Bad Dürkheim den Petersberg hoch.
Der Abstand zum Führenden lag nach Auskunft des Teams an der letzten VP bei ca 30 Min.
Das war sehr viel und ich vermutete, dass Rene das Ding nach Hause lief.
Beim VP 6 an der Battenberger Burg (km 151) nun die kuriose Szene: Ich komm die Treppe runter und begrüsste die Helfer sowie Gunther Bruhn, der auch gerade hier war.
Ich wunderte mich etwas über etwas überraschte Gesichter. Verlangte nach 2 Becher Cola und Salz. Da verabschiedete sich auf einmal jemand und ich musste zweimal hinsehen, wer es war: Tatsächlich der Rene Strosny. Unglaublich! Da bin ich natürlich gleich raus aus dem VP, holte ihn ein und fragte nach seinem Befinden. Da merkte ich, daß Rene´ platt war. Die Chance nutzte ich natürlich und rannte was das Zeug hielt den Berg runter über den Mühlenweg Richtung Laumersheim.
Dort war noch ein Zusatz-VP eingerichtet vom hiesigen Bürgermeister. Geschafft aber glücklich lief ich nach Obersülzen endlich ins Ziel unter den furiosen Klängen des Songs „Highway to hell“ von AC/DC!!! Das war geil!!!
Die schönsten Momente während dem Lauf waren ganz klar die Eindrücke der schönen Umgebung am Weinsteig und auch die Begegnung einer Wildschweinrotte, die an mir vorbei lief, sowie zwei Feuersalamander Nachts in der Nähe von Deidesheim.
Die Gesamtzielzeit betrug 21:33h.

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